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Donnerstag, 17. Mai 2007

Eine dicke Eiche Abmoosen - Teil 7

Diese Ansicht zeigt, wie gewaltig der Baum momentan noch ist. Später kann ich eine Höhe von ca. 90 cm erreichen. Dafür werde ich dann auch gut eine passende Schale bekommen.

Gute Verjüngung und eine schon schöne Rindenstruktur. Der Baum, wie er vor vier Jahren war, ist nicht mehr zu sehen.

Alle Äste wurden dann noch einmal zurückgeschnitten. Meiner Meinung ist es bei allen frisch eingetopften Bäumen nötig, mindestens ein Blattpaar an jedem Ast zu belassen, damit ein Saftzug gewährleistet ist. Aus dieser Ansicht wirkt der Stamm aber sehr statisch. Er ist enorm massiv und zeigt keine Verjüngung.

In der Nahaufnahme erkennt man gut die Kerbe, die senkrecht über den Stamm verläuft. Hier ist der ehemalige Doppelstamm zusammengewachsen.

Mittlerweile hat der Baum wieder neue Knospen gemacht und bald erfolgt der neue Austrieb. Nicht ein Blatt sieht schlaff aus.

Das Experiment ist gelungen. In zwei Jahren werde ich wahrscheinlich die Grundgestaltung zeigen und in fünf Jahren hole ich mir den Ginkgo-Award ;-) :-) :-).



Eine dicke Eiche Abmoosen - Teil 6

Übrig geblieben ist ein tiefes Loch und die Reste der Pfahlwurzel. Für mich ist es das Loch des Monats.

Die Wurzeln wurden wiederholt angefeuchtet, dann den Baum in die Schubkarre, ab ins Auto und dann zum Eintopfen.

Hier ist der Baum bereits eingetopft. Ein Sack mit einer Mischung aus Bims, Lava und Zeolit und dazu ein Sack mit Akadama in einer Körnung bis 12 mm sind beim Eintopfen draufgegangen. Nach dem Angießen war der Baum mit Schale von mir nicht mehr zu bewegen.

Aus dieser Ansicht sieht man eine schöne Verjüngung. Vielleicht einmal eine Option für die Vorderansicht.



Eine dicke Eiche Abmoosen - Teil 5

Nun grub ich weiter um den Stamm herum. Oh Lord, hier waren sie nun. Viele neue und feine Wurzeln. Der Sauerstoff in der Umgebung wurde knapp, so tief habe ich aufgeatmet ;-) .

Vorsichtig wurde auch in diesem Bereich die Erde tief ausgehoben, um an die Pfahlwurzel heranzukommen.

Hier ist nun der Baum rundherum ausgegraben. Er steht noch auf seiner Pfahlwurzel. Aber nun kommt man gut an sie heran. Hatte dann doch noch etwas Gutes, dass an dieser Stelle keine Wurzeln gewachsen waren.

Nun wurde das gröbste Sägeblatt eingespannt und dann konnte man sich freuen, dass diese Sägeblätter so flexibel sind. Da wäre ich mit keiner anderen Maschine herangekommen. Die Wurzel war sehr dick und es dauerte etwas, bis ich sie durchgesägt hatte.

GESCHAFFT!!! Vier Jahre warten und ein ungewisses Experiment ist gut ausgegangen. Es dämmerte allmählich. Auf diesem Foto ist es aber wieder heller geworden. Das lag an meinem Strahlen ;-) .

Eine dicke Eiche Abmoosen - Teil 4

Es erwies sich als recht schwierig, an den Stamm zu kommen. Die neuen Wurzeln wollte ich nicht beschädigen, musste aber unter sie an die alte Pfahlwurzel herankommen.

So lockerte ich die Erde weiter mit der Grabgabel und mit dem Spaten wurde sie vorsichtig weggeschaufelt.

Dann hatte ich den ersten Teil der Pfahlwurzel freigelegt. Der Schrecken war hier erst einmal ziemlich gewaltig. Nicht eine neue Wurzel war zu sehen.

Aber Cool bleiben. Johannes half nun vorsichtig mit der Gabel und ich schaufelte weiter die Erde beiseite.

Hier war die Pfahlwurzel nun soweit freigelegt, dass ich mit dem Elektrofuchsschwanz gut an sie herankam. Nicht eine feine Wurzel zu sehen, erste Zweifel kamen hoch.



Eine dicke Eiche Abmoosen - Teil 3

Im Herbst 2005 schickte mir Matthias wieder einmal ein Bild meiner Eiche. Sie hatte nach dem Frühlingsschnitt wieder eine gute, dichte Verzweigung entwickelt. Aber das unglaubliche Wachstum der ersten beiden Jahre war nun nicht mehr da. Das kann man damit erklären, dass die Pfahlwurzel nun allmählich ihre Funktion einstellte. Neue Wurzeln übernahmen die Versorgung und da sie nicht die Kraft der alten Pfahlwurzel hatten, fiel diese spärlicher aus. Das führte zu dichter Verzweigung und kleineren Blättern. Für mich war das ein Bild des Erfolges. Aber da ich mittlerweile gelernt habe im Bonsaihobby nichts zu überstürzen. Ließ ich mir ein weiteres Jahr Zeit mit dem Ausgraben.

Im April 2007 war es dann endlich soweit. Nun wollte ich wissen, was aus meiner Eiche geworden war. So verabredete ich mich mit Matthias, um den Baum nun auszugraben.

Seit Herbst 2005 war der Baum nicht mehr so stark gewachsen. Er war gut belaubt und auch gut verzweigt, also sehr gesund.

Vor Ort wurden nun direkt noch einmal die Äste zurückgeschnitten. Das aber so, dass noch genügend Laub für einen guten Saftzug in allen Ästen bestehen blieb.


Mein Sohn Kevin und Matthias Sohn, der Johannes, wollten mir etwas helfen. Die beiden waren fantastisch beim Anfeuern ;-) .

Zunächst entfernte ich mit der Grabgabel den Rasen. Die Gabel musste ich auch nehmen, um die Erde rund um den Stamm zu lockern.

Eine dicke Eiche Abmoosen - Teil 2

Viel Vertrauen auf einen Erfolg dieser Aktion hatte ich nicht. Deshalb vergaß ich dann auch erst einmal den Baum. Mit den Freunden war beschlossen, dass die Eiche noch einige Zeit an ihrem Platz stehen durfte. So wie sie nun zurechtgeschnitten war, konnte sie auch nicht mehr die Nachbarn stören.

So stand der Baum zwei Jahre lang relativ unbeachtet und störte nur beim Rasenmähen.

Dann rief mach aber der Matthias na, ich sollte mir doch einmal die Eiche anschauen.

So kam ich einmal wieder in ihren Garten und konnte meinen Augen nicht trauen. Die Eiche war wieder auf eine Höhe von dreieinhalb bis vier Metern gewachsen. Dazu war sie enorm dicht geworden. Sie musste unglaublich viele neue Äste entwickelt haben.

Mit einer kleinen Handsäge schnitt ich zunächst die längesten Äste zurück, um den Stamm besser beurteilen zu können.

Alle Äste entsprangen aus dem oberen Teil des Baumes. Weiter unten waren die Äste etwas dünner.

Nun schnitt ich alle Äste sehr stark zurück. Sodass der Stamm wieder vollständig zu sehen war. Da konnte ich fast meinen Augen nicht trauen. Der Stamm war sichtlich gealtert. Er hatte durch ein enormes Dickenwachstum schon viele Altersrisse in der Borke bekommen. Dazu war er um mindestens 20% dicker geworden. Der ehemalige Doppelstamm war nun ineinander verwachsen. Der enorme Astwuchs hatte die sehr großen Schnittwunden schon um fast die Hälfte mit neuer Rinde überwallt.

Dazu konnte ich erste neue Oberflächenwurzeln ausmachen. Das Abmoosen schien zu funktionieren. Aber nach zwei Jahren waren es immer noch nicht genügend neue Wurzeln. Der Baum brauchte bestimmt noch ein Jahr.

Eine dicke Eiche Abmoosen - Teil 1

Gudrun und Matthias sind nicht nur gute Nachbarn, sondern auch sehr gute Freunde meiner Frau und mir. Deshalb wissen sie auch, dass sie mich erst fragen sollen, wenn sie im Garten einen Baum entsorgen müssen.

Im Jahr 2003 fragte mich der Matthias dann auch, ob ich eine Eiche haben möchte. Die wäre aber bestimmt auch schon ein ganzes Stück über sieben Meter hoch, meinte er. Jeder, der sich ein klein wenig mit Eichen auskennt, sagt da direkt ab. Wie will man denn so einen Baum aus dem Boden bekommen? Ein so hoher Baum hat einen dicken Stamm und eine ebenso dicke Pfahlwurzel. So war es dann auch. Die Söhne unserer Freunde haben diesen Baum in ihrer Kindheit aus einer Eichel gezogen. Irgendwann wurde er in den Garten gepflanzt und dort durfte er dann wachsen. Aber er stand zu dicht am Nachbarsgrundstück, was auf Dauer zu Ärger geführt hätte. Also sollte er nun weg.

Wer schon einmal versucht hat eine Eiche abzumoosen, sagt nun, lass es, es bringt nichts. Eiche lässt sich schlecht bis gar nicht Abmoosen. So ein dicker Baum, auch wenn er noch jung ist, der lässt sich dann schon einmal gar nicht Abmoosen. Denn Abmoosen wäre sowieso die einzige Chance, den Baum aus dem Boden zu bringen.

Das aber sind Probleme, wo ich mich meistens angesprochen fühle, etwas zu beweisen. So begann im Mai 2003 das Projekt „aus dem Boden in den Topf“.


So sah die Eiche zunächst aus. Ein Doppelstamm fast acht Meter hoch, noch junge Borke aber schon einen ordentlichen dicken Stamm.

Zunächst wurde die Eiche rundum frei gegraben, um die Wurzeln beurteilen zu können. Mehr als zwei bis drei feinere Wurzeln waren aber nicht zu finden. Nur eine dicke Pfahlwurzel und zwei dicke Oberflächenwurzeln, die weit weg in die Wiese wuchsen. Also nichts, was den Baum ernähren konnte, würde man ihn direkt ausgraben wollen. Nun sollte eine Abmoosung provoziert werden. Das aber auch so, wie es auch natürlich passieren könnte. Durch irgendwelche Umwelteinflüsse wird die Versorgung über die Pfahlwurzel gestört, sodass der Baum gezwungen ist, neue Wurzeln im oberen Bereich wachsen zu lassen.

Dazu wurde zunächst der gesamte Baum rigoros eingekürzt. Der höhere Stamm wurde auf 60 cm Höhe gekappt und der kleiner auf 40 cm. Danach wurde die Pfahlwurzel über einen halben Meter freigelegt. Die zwei dicken Oberflächenwurzeln wurde ebenfalls gekappt. Mit einem Elektrofuchsschwanz wurde die Pfahlwurzel rundum auf einer Höhe von 20 cm die Borke entfernt. Das Holz an den Schnittstellen wurde bis zum Kernholz entfernt.

Nun waren keine Wurzeln mehr da, die den Baum ernähren konnten. Die Pfahlwurzel war so behandelt, dass der Baum auf jeden Fall gezwungen war, neue Wurzeln zu machen. Ein überwallen der Wurzel war nicht möglich. Es konnte nur klappen oder der Baum würde es nicht schaffen. Eine 50 : 50 Chance.